ZEHN STUNDEN UND ZWANZIG MINUTEN DER WAHRHEIT

Der Neubau der Trisanna-Brücke im Jahr 1964 war eine technische Pionierleistung. TRISANNA zeigt, wie es gelang. Im Video.

Im Herbst wird gebaut, und es lohnt sich, auf ein ganz besonderes Bauwerk zu blicken, dass im November vor 53 Jahren einer ganz besonderen Erneuerung unterzogen wurde.

Die Trisannabrücke, die für die Arlbergbahn das untere Paznaun überspannt, liegt an Bahnkilometer 80,3 zwischen den Bahnhöfen Pians und Strengen. Sie wurde 1883 erbaut und war zu ihrer Zeit die am weitesten gespannte Eisenbahnbrücke Österreichs – eine Sensation. Mehr zum Bau der Trisannabrücke hier.

Die Sensation wurde zur Normalität, und als die Achslasten der Züge immer größer wurde, musste nachgerüstet werden. Das erste Mal 1923, als die Brücke mit einem sogenannten Fischbauchträger verstärkt wurde.

Das zweite Mal in der Nacht vom 15. auf den 16. November 1964, als das Stahltragwerk der Trisanna-Brücke durch eine Neukonstruktion ersetzt wurde. Dafür ließen die Ingenieure auf beiden Seiten der Brücke je ein Hilfsgerüst errichten. Auf dem nördlichen Gerüst wurde die neue Brücke aufgebaut und in betreffender Nacht Schritt für Schritt an die Stelle des alten Stahltragwerks gerückt. Dieses kam dann auf dem Südgerüst zu liegen und konnte im Anschluss abgebaut werden. Insgesamt wurden auf diese Weise nicht weniger als 1600 Tonnen Stahl bewegt.

Die spektakuläre Aktion dauerte exakt zehn Stunden und zwanzig Minuten – und sie wurde gefilmt. In dem Video, das der Eisenbahnfan Beer auf YouTube gepostet hat, ist der technische Wagemut, den die Aktion erforderte, gut zu ermessen.

Und an den sachlich-begeisterten Ton der Dokumentarfilmsprecher erinnern wir uns auch mit Vergnügen.