FÜNF GRÜNDE, WARUM ES BESTÄNDIG AUFWÄRTS GEHT

Was macht aus einer Seilbahn eine richtig gute Seilbahn? Anschauungsunterricht am Beispiel der 3-S-Pardatschgratbahn.

1 Alles bleibt stabil
Oft reichen die Liftstützen, um eine Seilbahnkabine zum Wackeln zu bringen.  3-S-Seilbahnen wie die Pardatschgratbahn haben den Vorteil, besonders stabil zu sein. Das liegt zum einen am Gewicht der Kabine: Mit dem Gehänge aus Stahl wiegt sie 2,5 Tonnen, zu denen auch die schweren Echtglasscheiben beitragen. Zum anderen sind es die drei Seile, auf denen die Kabine hängen, die für eine besonders ruhige Fahrt sorgen: Die zwei Tragseile sorgen dafür, dass das Gewicht besser verteilt ist, das Zugseil in der Mitte zieht die Kabinen nach oben. „Selbst bei Windstärken über 60 Kilometer pro Stunde kann diese Seilbahn noch sicher und ruhig fahren“, sagt Albrecht Pfeifer, stellvertretender Betriebsleiter der 3-S Pardatschgrat. Die drei Seile geben der Seilbahn auch ihren Namen.

2 Das richtige Timing
Wenn 28 Menschen versuchen, in einer Gondel Platz zu finden, kann es hektisch werden. Es ist also sinnvoll, dass eine Seilbahn dort, wo Menschen ein- und aussteigen, langsam fährt – aber dann umso schneller wieder auf den Berg kommt. Das geht nur, wenn eine Seilbahn „kuppelbar“ ist: Sobald eine Kabine in die Station kommt, kuppelt sie von dem Zugseil aus, und kann so langsam durch die Station fahren.

3 Beheizte Sitze
Nein, früher war nicht alles besser. Beheizte Sitze zählen zu den kleinen Dingen, die das Leben im Winter ein bisschen angenehmer gemacht haben. Ganz ohne dass man deshalb ein schlechtes Gewissen haben müsste: Bei der Pardatschratbahn ist in drei der insgesamt 8 Rollen einer jeden Kabine ein Radnabengenerator eingebaut. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Fahrraddynamo.  „Mit der dadurch erzeugten Energie wird unter anderem die Sitzheizung der Kabinen versorgt“, sagt Albrecht Pfeifer.

4 Alles funktioniert
Wer in einer Seilbahn sitzt, will nicht darüber nachdenken müssen, welcher Aufwand dahinter steckt, dass er etwa am Pardatschgrat binnen weniger Minuten 1.251 Höhenmeter überwinden kann. Er will die Fahrt genießen, durchatmen, ein bisschen die Beine ausschütteln. Dabei ist allein die Bergstation ein ziemliches Wunder: Sie steht auf 29 Einzelfundamenten, die nicht miteinander verbunden sind und man hydraulisch getrennt voneinander bewegen kann. Der Grund dafür? Die Station steht im Permafrost, sollte sich die Bergstation setzen, können die einzelnen Fundamente angehoben werden.

5 Kleine Handgriffe reichen
Wenn früh morgens um 7 Uhr die Lieferanten ihre LKWs zur Seilbahn schicken, steht alles schon bereit: Dieselbe Hebebühne, die die Kabinen aus ihrem Lager holt und aufs Seil bringt, hebt auch alle Waren vom Zulieferparkplatz rauf in die Station der 3-S Pardatschgrat. Dort können dann ganze Paletten in die Kabinen geschoben werden – weil die mittleren Sitzbänke nach oben geklappt werden können. Klingt einfach, ist es auch – aber eben nicht selbstverständlich.