LEXA LUISE TRÄGT BOHNEN IN EINER KRAXE. UND STRICKT DABEI

Die Frau auf diesem Bild heißt Luise Lexa. Auf ihrem Rücken befindet sich eine sogenannte „Kraxe“, eine Trage, in der die Bohnen vom Garten nach Hause transportiert werden. Warum muss Luise dabei auch  noch stricken? 

Das war kein Sonderfall. Die Frauen, schreibt der Chronist Josef Wechner in seiner privaten Chronik „Pazaun – anno dazumal“ „hatten kaum eine freie Minute. Denn außer der Besorgung des Haushalts sponnen und strickten sie unablässig; sogar beim werktäglichen Kirchgang, beim Tragen schwerer Lasten auf die Bergwiesen etc.“

Der Grund dafür war die Armut im Tal. Viele Frauen verließen im Frühjahr ihre Höfe und gingen hinaus nach Vorarlberg auf den „Strumpfhandel“. Sie verkauften als Hausiererinnen die im Winter gestrickten Handschuhe, um der Familie ein bisschen Geld dazuzuverdienen. Sobald sie zurück waren, übernahmen sie wieder ihre Pflichten in Haushalt und Landwirtschaft. Aber kaum hatten sie für eine Minute die Hände frei, griffen sie wieder zur Nadel.