MENSCHEN IM PAZNAUN: GABRIELA WALSER, OBFRAU DES KIRCHENCHORS MATHON

Gabriela Walser ist 34 und seit 2017 die Obfrau im Kirchenchor von Mathon. Gaby ist in Landeck aufgewachsen und der Liebe wegen nach Mathon gezogen. In Trisanna erzählt sie, wem sie überall hin folgen würde, erinnert sich an ein besonderes Gespräch und denkt über ihr Verhältnis zu Gott nach. 

Gaby, es ist ziemlich genau fünf Jahre her seit es dich hierher nach Mathon verschlagen hat. Wie fühlt es sich an?

Sehr gut. Ich bin in Landeck aufgewachsen, das ist nicht weit weg. Bevor ich hier her gezogen bin, habe ich gemeinsam mit meinem Mann neun Jahre in Innsbruck gelebt. Er kommt aus Mathon und wollte zurück – und ich bin gerne mitgekommen. 

Bist du jemand, der sich schnell an einem neuen Ort einlebt?

Ich würde behaupten: ja. Es fällt mir nicht schwer, mich auf neue Situationen einzustellen. Das liegt vielleicht daran, dass ich ein offener Mensch bin. Ich wollte mit meinem Mann zusammen sein, wo, das war mir relativ egal. Innsbruck oder Mathon – ich bin und war überall glücklich. 
Ist es trotzdem manchmal ein bisschen schwierig, sofort Anschluss zu finden? 

Für mich nicht. Ich bin damals hochschwanger hier angekommen, durch Kinder lernt man sofort viele Leute kennen. Und dass wenn wo ein Fest stattfindet, man da hinschauen sollte – besonders wenn man wo neu ist – das ist auch klar. Da lernt man wen kennen. Und noch viel wichtiger: Sie dich.

Im Brotberuf bist du Kindergartenpädagogin, da wird sicher auch viel musiziert. Aber der Musik bist du auch anders verbunden.

Stimmt, ich singe seit drei Jahren im Kirchenchor mit und seit April 2017 bin ich Obfrau des Vereins.

Es hat aber trotzdem ein bisschen gedauert, bis du mitgemacht hast.

Der Chorleiter hat mich ziemlich bald, nachdem ich hergezogen bin, gefragt, ob ich mitmachen will. Ich habe aber damals absagen müssen, weil ich das Gefühl hatte, dass meine Kinder noch zu klein sind. Zu Silvester von 2015 auf 2016 haben wir uns dann aber am Kirchenplatz beim Feuerwerk wiedergetroffen. Da kommt immer das halbe Dorf. Und da hat er mich noch einmal angesprochen – und ich habe nur gefragt: Wann ist denn die nächste Probe? Seitdem bin ich mit voller Begeisterung dabei.  
Und eben auch Obfrau. Eine besondere Aufgabe?

Es ist eine schöne Aufgabe und vor allem auch mit Beruf und Familie vereinbar. Was besonders Spaß macht ist, wenn ein Chormitglied Geburtstag hat. Wir dichten dann immer ein Ständchen im Mathoner Dialekt und tragen es gemeinsam vor.  

Ihr singt einmal im Monat in der Vorabendmesse und an Festtagen in der Kirche – wie ist dein Verhältnis zu Gott?

Ich bin mit Gott aufgewachsen, komme aus einer katholischen Familie und war schon als Kind jeden Sonntag in der Kirche. Auch als Ministrantin. Im Erwachsenwerden ist das zwar weniger geworden – aber das hat, finde ich, mit meinem Verhältnis zu Gott nicht so viel zu tun. Kirche und Religion bedeutet für mich das Leben von Traditionen. Wir haben viele Feste, die von der Kirche ausgehen – der Glaube an Gott heißt für mich auch Gemeinschaft und Zusammenhalt.