MENSCHEN IM PAZNAUN: HERMANN NARR, OBMANN TRACHTENVEREIN SILVRETTA

Hermann Narr ist 41 und Obmann des Trachtenvereins in See. Jeden Mittwoch Abend sieht man ihn und seine Gruppe am Tiroler Abend auf der Bühne. In Trisanna denkt er über seine Wurzeln nach, erklärt, warum Traditionen hoch gehalten gehören und wie er das Paznaun in die weite Welt trägt. 

Hermann, jeden Mittwoch bringt ihr am sogenannten Tiroler Abend im Gemeindesaal von See Gästen die Paznauner Kultur näher. Warum eigentlich?

Viele Gäste, die zu uns kommen, interessieren sich auch dafür, wo sie Urlaub machen. Und wir zeigen ihnen gerne, was unser Land, unsere Region und im speziellen auch unser Tal ausmacht. Wir tanzen und zeigen unsere Tracht – ich glaube, dass das nicht nur interessant, sondern auch unterhaltsam ist. 

Du bist selbst hier geboren und aufgewachsen, seit 25 Jahren in der Tanzgruppe, die zum Trachtenverein gehört dabei und hast 2014 den Vorsitz übernommen. Woher kommt deine intensive Heimatverbundenheit?

Ich hatte immer schon eine Leidenschaft für unsere Kultur hier im Tal. Außerdem tanze ich gern. Ich mag die Volkstänze, die Tiroler Tänze, das Schuhblattln. Wenn ich keine Bandscheiben-Operation gehabt hätte, wäre ich immer noch zu hundert Prozent dabei. (lacht) Ich glaube, wenn es keine Traditionen mehr gibt, verschwindet auch unsere Kultur und damit ein Stück unserer Heimat. Es stirbt etwas aus – und das möchte ich nicht.
Braucht ein Ort seine eigene Identität?

Sagen wir es anders: Ich glaube, damit ein Tal funktioniert, damit sich die Menschen, die darin Leben mit etwas identifizieren können, braucht es Kultur. Und da sind wir dann wieder bei den Vereinen so wie den, bei dem ich Mitglied bin. 

Ihr bringt ja mit eurer Gruppe nicht nur den Touristen das Paznaun näher, sondern tragt es auch in die Welt. 

Das stimmt. Wir waren schon in Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland. Wir werden bei Festen für Auftritte engagiert und wenn wir dann vor Ort tanzen, vertreten wir so unser Tal. 

Und damit auch die Paznauner: Wie würdest du die Menschen hier beschreiben?

(lacht) Ich muss zugeben, dass wir wahrscheinlich ein bisschen sture Leut sind, nicht so einfach zu handeln. Aber wenn man Geduld hat und mit uns mehr zu tun hat, werden wir gute Freunde, die bleiben.