MENSCHEN IM PAZNAUN: Nina Wolf, Studentin und Miss Vorarlberg

Nina Wolf aus Ischgl ist 21 Jahre alt, studiert in Höchst am Bodensee und wurde vergangenes Jahr zur Miss Vorarlberg gekürt. In Trisanna erzählt sie über ihren Kindheitstraum, Nervosität vor Auftritten und die Unterstützung ihrer Familie.



Im vergangenen Jahr wurdest du zur Miss Vorarlberg gekürt. Was hat sich seither verändert? 
Zunächst einmal gar nicht so viel, die große Aufregung ist nun vorüber. Aber es passiert mir schon noch, dass ich angesprochen werde. Im Supermarkt werde ich oft gefragt, ob ich denn die neue Miss Vorarlberg sei. Einmal, als ich mir vor dem Arlbergtunnel die Tunnelkarte gekaufte habe, hat mich ein Mann erkannt. Er hat dann richtig gestrahlt. Ich muss zugeben, das ist toll, wenn du Menschen glücklich machen kannst – ohne viel dafür zu tun. Ansonsten werde ich oft zu Veranstaltungen eingeladen und habe Model-Jobs bekommen.


Miss zu werden, das klingt nach einem Kindheitstraum. Wie war das bei dir? 
Es war immer ein Traum, ja. Als ich noch ein Kind war, hat eine Freundin meiner Mutter zu mir gesagt. „Du bist so hübsch, du wirst bestimmt einmal Miss werden“. Ich habe mich dann natürlich immer sehr gefreut, aber nie wirklich daran geglaubt. Als sie dann verstarb, dachte ich mir, ich versuche es einfach mal für sie, ich habe ja nichts zu verlieren. Und siehe da, jetzt bin ich Miss Vorarlberg.


Haben dich deine Eltern dabei unterstützt? 
Also zunächst habe ich sie natürlich gefragt, was sie davon halten. Ohne ihre Unterstützung mache ich sowieso gar nichts. Aber sie wollen das Beste für mich, sie wollen dass ich glücklich bin, deshalb ermöglichen sie mir auch einiges.

Was zum Beispiel?
Die Wochenenden arbeite ich eigentlich bei meinen Eltern im Hotel, aber wenn ich bei einer Modenschau laufen muss, geben sie mir frei. Außerdem sprechen sie mir gut zu, machen mir Mut bei allem, was ich tue. Sie vertrauen mir, lassen mich so leben, wie ich will. Nur die Ausbildung war meiner Mutter wichtig.


Seit zwei Jahren studierst du in Feldkirch Deutsch und Englisch auf Lehramt. Du pendelst also zwischen Höchst in Vorarlberg und Ischgl. Bist du traurig, wenn du Ischgl verlässt? 
Ich bin nicht traurig, obwohl ich schon sehr gern in Ischgl bin. Ich liebe es hier im Paznaun. Die Landschaft, die Luft, aber vor allem, weil meine Familie und Freunde hier sind. Im Winter kann ich mir keinen schöneren Ort vorstellen, da ist auch einiges los. Wenn man durch den Ort geht, trifft man immer wieder jemanden. Dass das nicht überall so ist, habe ich erst gemerkt, als ich woanders war. Das ist auch das Gute daran, wenn man einmal länger weg ist: Man merkt, wie schön es zu Hause ist und man freut sich auf das Zurückkommen.
Wie sieht es bei der Ischgler Jugend aus? Gehen viele – so wie du – zum Studieren woanders hin?
Ja, also ich habe schon das Gefühl, dass viele von den jüngeren weggehen. Sie wollen die Welt sehen, oder sich woanders weiter bilden. Meine beste Freundin zum Beispiel studierte in London. Aber ich hoffe schon, dass auch die Jüngeren irgendwann wieder zurückkommen.